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30 Jahre STOCKWERKJAZZ

concerts spring 2024
STOCKWERKJAZZ

 

Sa, 13. Jänner, 2024, 20:00 Uhr
VIENNA COMPOSERS BIG BAND
Leitung: Jordi Roviró & Jonas Friesel
Trompeten: Marek Stibor, Stephan Hack, Lorenz Widauer, Max Wintersperger; Posaunen: Daniele Giaramita, Clemens Scheibenreif, Nikolaj Wolf, Frederik Abel; Saxophone: Anna Keller, Adonis Athineos, Stephan Lerchbaumer, Stefan Eitzenberger, Sára Hoffer; Gitarre: Wanja Rosenthal; Piano: Bálint Bany; Bass: Tjan Šoštarič; Drums: Gaj Bostič

Eintrittspreise: Euro 15,00 / 10,00
⇒ Reservierung

VIENNA COMPOSERS BIG BAND

Die Vienna Composers Big Band (VCBB), die sich 2021 um die beiden Trompeter Jordi Roviró und Jonas Friesel formierte, ist nicht nur eine moderne, spielfreudige 19-köpfige Big Band, sondern darüber hinaus ein komponierendes Kollektiv. Alle Kompositionen und Arrangements, die die Band mit Energie und Leidenschaft über die Rampe bringt, stammen aus der Feder der Bandmitglieder.

Die Musikerinnen und Musiker des international besetzten Ensembles, das sich in der Wiener Jazzszene gebildet hat, verbindet ebenso die Suche nach neuen Klängen und Ausdrucksmöglichkeiten für die klassische Großbesetzung im Jazz wie die Liebe zur bunten und vielfältigen Tradition des Genres. Der gemeinsame Nenner aller Mitwirkenden ist neben dem Jazz die geschichtsträchtige Musikstadt Wien. Dieser möchte die VCBB - in guter Wiener Tradition - ihren innovativen Beitrag hinzufügen.

 

STOCKWERKJAZZ

Louis Sclavis  Michel Godard
Louis Sclavis & Michel Godard

Mi, 17. Jänner, 2024, 20:00 Uhr
LOUIS SCLAVIS & MICHEL GODARD (F)
Louis Sclavis (clarinet, bass clarinet), Michel Godard (tuba, serpent)

Eintrittspreise: Euro 20,00 / 15,00
⇒ Reservierung

LOUIS SCLAVIS & MICHEL GODARD

Mit den beiden Denkmälern des französischen Jazz kommt es zu einer beispiellosen Begegnung, einem Dialog auf höchstem Niveau, einem Hochamt im Stockwerk.

Der prominente Holzbläser Louis Sclavis, einer der bedeutendsten europäischen Jazzklarinettisten, der uns u. a. schon in den späten 80er-Jahren mit seinem legendären Septett und dann mit zahlreichen ECM-Platten begeisterte, trifft dabei mit Michel Godard auf ein wahres Unikum zwischen Jazz und Alter Musik. Und auf einen Virtuosen, der neben der Tuba schon vor vielen Jahren den uralten Serpent (ein großes schlangenförmiges Blechblasinstrument aus der Zinkenfamilie) für die zeitgenössische Musik entdeckt und es darauf zu wahren Meisterschaft gebracht hat. Niemand spielt ihn so geschickt wie Godard, Rufzeichen
Die beiden Meister der Improvisation und des kontrapunktischen Dialogs vereinen Jazz- und Barockmusik, um eine Musik zu schaffen, die ebenso zeitlos wie zeitgenössisch ist und die den Faden einer sowohl mündlichen als auch wissenschaftlichen Tradition wieder aufnimmt und weiterleitet. Indem sie ständig konstruieren, dekonstruieren und verschiedene Formen und Praktiken mit einer für ihre Person spezifischen Freiheit zusammenführen. Intensive Musik im Hochformat.

 

STOCKWERKJAZZ

MOONTRAILMOONTRAIL<

Fr, 26. Jänner 2024, 20:00 Uhr
MOONTRAIL (CH)
Sarah Buechi (voice), Franz Hellmüller (guitar), Rafael Jerjen (bass)

Eintrittspreise: Euro 20,00 / 15,00
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MOONTRAIL
Ein neuer Standpunkt im Jazz-Gesang

Wenn man Buechi heißt, kommt man aus der Schweiz. Bald wird man sich aber fragen müssen, wie spricht man diesen Namen auf gut Amerikanisch aus. Denn der Karriere der eidgenössischen Sängerin, die so herrlich unschweizerisch daherkommt, scheint nichts mehr im Weg zu stehen. Immerhin, „Sie macht die Musik der Zukunft“, wie sich die NZZ, vulgo Zürizytig, in einem Porträt über das singuläre Songwriter-Phänomen hinreißen ließ.
Buechi hat in Amerika, Irland, Ghana und Indien verschiedenste Arten von Musik studiert, um Songwriting, World und Jazz auf eine äußerst persönliche Weise zu verbinden und weiterzuentwickeln, wobei die Balance von Komposition und Improvisation freilich die zentrale Mission ist. Sie hat sich in den letzten Jahren als äußerst originelle Jazzsängerin hervorgetan, die auch Elemente europäischer Klassik, indischer Tradition und indigener Volksmusik einbezieht, ohne ins Beliebige oder Gefällige abzudriften.
Mit Moon Trail stellt die gebürtige Luzernerin nun ihr neues Trio vor. Ein starker Ensemblegeist und diese sensible Kunst der Intimität sind zugleich so offen und so spärlich konzentriert, dass man ihr eine beruhigende Anziehungskraft nicht absprechen kann.
Vor allem sind es die darunterliegende pulsierende Energie und die unsägliche Leichtigkeit gleichsam, die der Mischung aus originalen Buechi-Songs, Standards wie „I Thought About You“ und „Moon River“ sowie traditionellen Liedern eine einzigartig ausdrucksstarke Note verleihen und einen neuen Standpunkt in der Jazz-Musik setzen. Der von einem warmen, charismatischen Glanz umhüllt wird.

 

STOCKWERKJAZZ

Harri Sjöström, Bild: Uli Templin
Harri Sjöström, Bild: Uli Templin

Sa, 3. Februar 2024, 20:00 Uhr
QUARTET FLIGHT MODE (SF/A/GB/AUS)
Harri Sjöström (soprano sax), Elisabeth Harnik (piano), John Edwards (bass), Tony Buck (drums)

Eintrittspreise: Euro 20,00 / 15,00
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QUARTET FLIGHT MODE

Dieses illustre Quartett ist ein internationales, sehr prominent besetztes Ensemble für zeitgenössische improvisierte Musik und wurde eh erst 2022 gegründet. Das ist so gut wie gestern.
Erstmals (wer es besser weiß, stehe auf und sage es, oder er möge für immer schweigen) ist dabei der finnische Holzbläser Harri Sjöström im Stockwerk zu hören, ein Meister am Sopran und Sopranino Saxophone, den wir vor allem aus seiner Zusammenarbeit mit Cecil Taylor in den 90er-Jahren in guter Erinnerung haben.
vier ausgeprägten Individualisten bewegen sich auf extrem breiten Terrain und innert erstaunlich großer, immer wieder überraschend dynamischer Spektren. Explosive Freiflüge, radikale Echtzeit-Kompositionen, Free Jazz-Anklänge und subtile, fragil träumerische Soundscapes verweben sich zu atmosphärisch aufgeladenen Klangerlebnissen. Spontan, wie es sich im Genre gehört, frisch, sperrig, aber auch verführerisch wild. Instant Composing at it’s best.

 

STOCKWERKJAZZ

Jure Pukl, Bild: Aljosa Videtic
Jure Pukl, Bild: Aljosa Videtic

Mi, 21. Februar 2024, 20:00 Uhr
ANOROK (SLO/US)
Jure Pukl (saxes), Philip Dizack (trumpet), Joe Sanders (bass), Nasheet Waits (drums)

Eintrittspreise: Euro 20,00 / 15,00
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ANOROK

Der Saxophonist und Komponist Jure Pukl ist ein Musiker, der keine Gefangenen macht. Und das will abseits des Free Jazz was heißen!
Die musikalische Reise, die mit einer Garagen-Rockband in seinem Heimatland Slowenien begann, führte ihn über mehrere Kontinente, zu Studien in Wien und Den Haag, zum Berklee College of Music in Boston, zum Masterstudium an die Kunst-Uni Graz und in die Oberliga der New Yorker Jazzszene.
In den letzten sechs Jahren war Pukl gleich mit zwei seiner US-Bands im Stockwerk zu Gast: einmal mit seinem Quartett Doubtless mit der zum Blue Note-Star avancierten Saxophonistin (und damaligen Ehefrau) Melissa Aldana und erst im Vorjahr mit der sehr heftigen Band Nemesis.
Jetzt ist Pukl zurück in Europa und steht an der Spitze einer innovativen Gruppe von einigen der fortschrittlichsten Musiker in NYC. Warum Pukl sein neues Projekt Anorok nennt, wissen wir noch nicht, auf Fälle sind wir uns sicher, dass wir an diesem atmosphärischen Abend alles andere als einen Anorak brauchen werden.
Die brandneue CD mit diesem inspirierten Quartett (seiner absoluten Lieblingsformation) nennt der erdige und zupackende Saxophonist einfach gleich Melt (Whirlwind Records), womit ja schon vieles gesagt wäre: ein Schmelzofen im akkordlosen Format. Die Originalmusik ist von der aktuellen chaotischen politischen und sozialen Situation in der Welt beeinflusst und behält ihren Kern in Jazz, Improvisation und zeitgenössischer klassischer Musik. Das Ganze wird um elektronische Klänge erweitert, die die Geräusche des Planeten, auf dem wir leben, widerspiegeln sollen. Eine Hommage an den Planeten Erde ist ohnehin überfällig.

 

STOCKWERKJAZZ

Joe Hertenstein
Joe Hertenstein

Sa, 24. Februar 2024, 20:00 Uhr
JOE HERTENSTEIN TRIO (D/NL/I)
Michael Moore (clarinet, alto saxophone), Antonio Borghini (bass), Joe Hertenstein (drums)

Eintrittspreise: Euro 20,00 / 15,00
⇒ Reservierung

JOE HERTENSTEIN TRIO

Es ist kaum zu glauben, mit wem der rastlose Schlagzeuger schon alles gespielt hat, und mit wem er erst alles spielen musste (u.a. mit James Brandon Lewis oder Alex von Schlippenbach), bis wir ihn nun endlich im Stockwerk hatten.
Jetzt ist er da, der Joe Hertenstein, deutscher Schlagzeuger mit langer US-Karriere und in der Regel mit Vollbart! Und mit ihm kein Geringerer als Michael Moore, jener in Amsterdam lebende virtuose Altsaxophonist und Klarinettist, der hingegen schon einen Meldezettel bei uns ausfüllen könnte
Nach Erscheinen der aktuellen Trio CD Live During Lockdown (jazzwerkstatt records) mit Michael Moore und Greg Cohen am Bass, kannten wir nun kein Wenn und Aber mehr. Her damit, koste es was es wolle. Da spielte es auch keine Rolle mehr, dass die CD vom Fachmagazin The NYC JazzRecord zum Best Live Album 2022 gekrönt wurde.
Live During Lockdown ist eine spannende Momentaufnahme, die im März 2021 im Kesselhaus Berlin unter besonderen Umständen eingefangen wurde. Vielleicht war dies die einzige öffentliche Live-Musikveranstaltung vor ausverkauftem Haus mit maskiertem Publikum während dieser Monate überhaupt. Auf alle Fälle war es das erste Treffen dieses Trios, eine Begegnung, die sofort eingeschlagen hat. Statt Greg Cohen, dessen Gesundheitszustand zur Zeit keine Fliegerei zulässt, wird im Stockwerk der unsagbar muskulöse Bass von Antonio Borghini zu hören sein, den wir aus seinem Quartett Domino kennen und der uns schon einmal mit dem fantastisch bizarren Quartett Die Hochstapler den Gefallen machte.

 

STOCKWERKJAZZ

 

Mo, 4. März 2024, 20:00 Uhr
GRAZ COMPOSERS ORCHESTRA
Reeds: Patrick Dunst, Stefan Schinnerl, Max Glanz, Stephanie Schoiswohl, Florian Bauer
Trumpets: Dominic Pessl, Thomas Polz-Lari, Tobias Sudi, Gerhard Ornig
Horn: Fanni Posa
Trombones: Matthias Bernsteiner, Emiliano Sampaio, Markus Wonisch, Hannes Oppel
Guitar: Andreas Fürstner
Piano: Markus Neuwirth
Bass: Michael Ringer
Drums: Reini Schmölzer
Conductor: Tobias Hoffmann

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GRAZ COMPOSERS ORCHESTRA

Jetzt sind es auch schon wieder 12 Jahre, dass das Graz Composers Orchestra (GCO) das Bühnenlicht entdeckt hat! Die Band ist älter, die Musik ist jung geblieben.
Seit der Gründung gab es über 120 Uraufführungen, Tendenz steigend. Denn auch an diesem Abend gibt es jede Menge neue Musik, die während der Covid-Pandemie entstand ist und nun endlich uraufgeführt werden kann.
Die Leitung des GCO übernimmt erstmalig Tobias Hoffmann, der neben seinem Quintett und Nonett ja auch das Tobias Hoffmann Jazz Orchestra leitet. Es werden Werke von Ursula Reicher, Emiliano Sampaio, Peter Lenz und Tobias Hoffman selbst präsentiert.

 

STOCKWERKJAZZ

Rodrigo Amado, Bild: Vera Marmelo
Rodrigo Amado, Bild: Vera Marmelo

Fr, 8. März 2024, 20:00 Uhr
RODRIGO AMADO THE ATTIC (P)
Rodrigo Amado (tenor saxophone), Gonçalo Almeida (double bass), Onno Govaert (drums)

Eintrittspreise: Euro 20,00 / 15,00
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THE ATTIC
Die Premiere aus Portugal.

Wenn man am Dachboden zu suchen beginnt, wirbelt das meistens ganz schön viel Staub auf. Entstaubung ist also auch im Jazz geboten! Bevor die Revolution ihre Kinder frisst.
The Attic (der Dachboden) ist ein knallhartes Saxofon-Trio rund um Rodrigo Amado, dem wohl führenden portugiesischen Saxophonisten, zumal am Tenor.
Dieses Format ist besonders bei Musikern beliebt, die sich von den harmonischen Zwängen von Akkordinstrumenten befreien möchten. Bei der Musik von The Attic geht es jedoch nicht ausschließlich um die Freiheit von Harmonien, sondern es scheint die bewusste Entscheidung zu sein, auf dem Raum zwischen den Instrumenten aufzubauen. Zusammen mit dem Bassisten Gonçalo Almeida und dem Schlagzeuger Onno Govaert führt Amado die Gruppe durch eine Reihe unerbittlicher Improvisationen auf turbulenten rhythmischen Schichten, die sich oft um ein von ihm eingeführtes, klassisch klingendes Thema drehen. Auch hier werden keine Gefangenen gemacht.
Im Titeltrack der gegenständlichen, neuen CD Love Ghosts kommt die Stärke der Gruppe so richtig zur Geltung. Der Track beginnt im Erkundungsmodus: Govaert und Almeida sorgen für tonale Texturen, derweil Amado leicht überzogene Legato-Noten hinzufügt. Wenn sich das Tempo zu verfestigen beginnt, ist die Stimmung eingestellt und ebnet den Weg für einen langsamen Spannungsaufbau, der etwa in der Mitte des explosiven 16-minütigen Tracks einen Höhepunkt des out playing erreicht. Am Ende wird der gesamte Raum ausgequetscht. Die wirkliche Kraft dieses Trios liegt aber in seiner Schlichtheit. Amen.

 

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Clementine Fuchs
Clementine Fuchs

Styrian Association for New and Improvised Music presents:
Mo, 11. März 2024, 20:00 Uhr

Styrian Improvisers Orchestra & Clementine Fuchs

Eintrittspreise: Euro 15,00 / 10,00
⇒ Reservierung

Momentum

Das Klangmaterial und die atmosphärische Qualität des ersten Augenblicks sind die Ausgangsbasis für das Stück, dessen Einzelteile sich in Dichte, Rasanz und emotionaler Aussage unterscheiden. Strukturell entspricht Momentum mit einem raschen, einem langsamen, einem tänzerischen und wieder einem schnellen Teil einer kurzen klassischen Symphonie.

Clementine Fuchs: Dirigierstudium an der Kunstuniversität Graz (künstlerisches Diplom 1989) sowie in Canford und Paris. Seit 2020 Studium "Alte Musik – Historische Instrumental- & Gesangspraxis" am Johann Joseph Fux Konservatorium Graz

 

STOCKWERKJAZZ

FRUSH
FRUSH

Fr, 15. März, 2024, 20:00 Uhr
grazjazznacht

FRUSH (NL/GB/I/D)
Steve Beresford (piano), Luc Houtkamp (sax, cl), Sebi Tramontana (trombone), Martin Blume (drums)

Eintrittspreise: Euro 25,00 / 18,00
⇒ Reservierung

FRUSH

Das neue Quartett Frush erweitert das Trio von Luc Houtkamp, Steve Beresford und Martin Blume um den Posaunisten Sebi Tramontana.
Es erwartet uns bei diesem extravaganten Konzert eine enorme Bandbreite musikalischer Ausdrucksformen von vier exemplarischen Vertretern der jazzorientierten Impro-Szene.
Der Holländer Luc Houtkamp, niederländische Institution des Genres und u. a. Träger des renommierten Boy-Edgar-Preis, überrascht immer wieder mit unterschiedlichsten Spieltechniken auf diversen Saxofonen und Klarinetten. Als Komponist und Improvisator tanzt er zwischen Jazz und eigenen Computer-Programmen.
Der sizilianische Posaunist und alte Szene-Haudegen Sebi Tramontana, der uns u. a. aus dem berüchtigten Italian Instabile Orchestra bekannt ist, gilt zu Recht als ein „Poet der Posaune“. Seit langem ist der Wahlmünchner ein Inbegriff als origineller Interpret und Komponist zwischen Jazz und Neuer Musik.
Und wer bitte erinnert sich nicht an das britische Kult-Trio The Melody Four, das der Pianist Steve Beresford zusammen mit Lol Coxhill und Tony Coe in den frühen Achtzigern gegründet hat? Seine Arbeit ist aber so vielseitig, wie kaum eines anderen in der weitverzweigten britischen Improvisationsszene. Allein der berühmte Humor des Pianisten und eine leise, sanfte Ironie ziehen sich dabei wie ein Roter Faden durch dessen musikalische Baustellen.
Martin Blume schließlich gehört zu den führenden Schlagzeugern der europäischen Improvisationsmusik, wobei ihn seine ausgeprägte quasi-kompositorische Sensibilität auszeichnet, die auf eine enge Verbindung zur Neuen Musik verweist.

 

STOCKWERKJAZZ

JOHN SCOFIELD´S “YANKEE GO HOME”, Bild: Jean Maxwell
JOHN SCOFIELD´S “YANKEE GO HOME”
Bild: Jean Maxwell"

AUSVERKAUFT!
So, 17. März 2024, 19:00 Uhr
Stockwerkjazz & Greith Haus present @ Greith Haus:

JOHN SCOFIELD´S “YANKEE GO HOME” (US)
John Scofield (guitar), Jon Cowherd (piano), Vicente Archer (bass), Josh Dion (drums)

Eintritt: Euro 43,00
Ermäßigt: Euro 39,00 Greith-Haus Mitglied, Ö1-Club
Euro 25,00 Studierende/Lehrlinge
Reservierungen: reservierungen@greith-haus.at

JOHN SCOFIELD’S “YANKEE GO HOME“

Nach zwei Stunden am Gitarren-Highway wird sich bald wohl auch der letzte Besucher im Greith-Haus sicher sein: das ist der rockigste Scofield, den wir je gehört haben! Und jeder bekennende Fan des 71-jährigen Jazzgitarristen mit der alten und so unverwechselbaren Ibanez-Axt weiß, wer Scofield noch nie live erlebt hat, der hat ihn noch nie gehört. Und mit seiner brandneuen Band Yankee Go Home ist Scofield so live, wie es liver gar nicht geht. Gehen seine Fans doch völlig ohne Einstimmung in sein Konzert, denn Sco schickt diesmal keine CD voraus, für die er dann auf Promo-Tour geht. Diesmal ist alles anders, direkter, rockiger und ja, auch jammiger.
Der dreifache Grammy-Gewinner ist nun auf den Spuren der legendären Jamband Grateful Dead unterwegs, kratzt an Bob Dylan und den alten Haudegen Buddy Holly, Neil Young, Stevie Wonder, Jimmy Webb und holt die Kuh mit knochentrockenem Westcoast-Country-Rock, jazzigem Roots-Rock-Stil oder knackigem Jazzfunk vom Eis.

 

STOCKWERKJAZZ

Peter Herbert, Bild: Wolfgang Gonaus
Peter Herbert, Bild: Wolfgang Gonaus

Mi, 20. März 2024, 20:00 Uhr
JBBG Smål - Gran Riserva
featuring: Peter Herbert - double bass
Horst-Michael Schaffer (trumpet, electronics, voice), Heinrich von Kalnein (soprano- / tenor saxes, flutes), Karen Asatrian (keyboards), Thomas Wilding (e-bass), Tom Stabler (drums)

Eintrittspreise: Euro 20,00 / 15,00
⇒ Reservierung

 

 

STOCKWERKJAZZ

CHRISTIAN MARIEN QUARTET, Bild: Oliver Potratz
CHRISTIAN MARIEN QUARTET, Bild: Oliver Potratz

Fr, 22. März 2024, 20:00 Uhr
CHRISTIAN MARIEN QUARTET (D/NL/I)
Tobias Delius (tenor sax), Jasper Stadhouders (guitar), Antonio Borghini (bass), Christian Marien (drums)

Eintrittspreise: Euro 20,00 / 15,00
⇒ Reservierung

CHRISTIAN MARIEN QUARTET

Wie schrieb Christian Marien ach so blühend: „Musik hat die Kraft, im Kleinen zu finden, wonach wir im Großen suchen: frei zu sein, den Moment so zu nehmen, wie er ist, und zu wissen, nur gemeinsam kommen wir an diesen ersehnten anderen Ort. Frei nach Ornette Coleman: Beauty is a rare thing“.
Ungefähr auf die Zweiunddreißigstelnote genauso wird sie aufspielen im Stockwerk, diese beseelte Supergroup der europäischen freien Jazzszene, und trotzdem ist es auch eine Premiere. Der Mann, mit dem alle spielen wollen und der schon mit so vielen Bands auf Tour, auf Platte und bei uns war (Insomnia Brassband), dieser Mann hat jetzt seine erste eigene Band, und seine Musik ist vor allem dazu da, immer wieder neu erfunden zu werden.
Mit dem expressiven Holzbläser Tobias Delius, dem experimentierfreudigen und energiegeladenen Amsterdamer Gitarristen Jasper Stadhouders und dem muskulösen Mailänder Bassisten Antonio Borghini hat Marien beseelte Musiker an seiner Seite, die in diesem inspirierten Ensemblegeist spielen.

 

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Franz Hautzinger, Bild: Hans Ringhofer
Franz Hautzinger, Bild: Hans Ringhofer

Sa, 6. April 2024, 20:00 Uhr
TRIO HAUTZINGER-CAJADO-KÖNIG (A)
Franz Hautzinger (quartertone trumpet), Jakob Schneidewind (e-bass), Lukas König (drums, electronics)

Eintrittspreise: Euro 20,00 / 15,00
⇒ Reservierung

TRIO HAUTZINGER-CAJADO-KÖNIG

Die Musiker dieses Wiener Trios bewegen sich in einem Bereich, der Wechselwirkungen zwischen Jazz, Neuer Musik und experimentellen, malerisch-expressiven Ansätzen ermöglicht. So ist von dieser Begegnung buchstäblich alles Mögliche zu erwarten. Im Zentrum der besonders responsiven Ausdrucksweise steht jedoch die Hingabe an den Moment.

Spricht man hierzulande vom experimentellen Jazz und dessen herausragenden Exponenten, so fällt mit Sicherheit nach kurzer Zeit der Name Franz Hautzinger. Ohne Zweifel zählt der Trompeter zu den anerkanntesten Vertretern der heimischen Jazzszene. Auch im Ausland genießt der enorm vielseitige Musiker inzwischen einen hervorragenden Ruf.

Hautzinger einer bestimmten Kategorie zuzuordnen, ist nahezu unmöglich. Dafür tanzt er schlicht und einfach auf zu vielen Hochzeiten. So bewegt sich der gebürtige Burgenländer, der vor etwa hundert Jahren sogar an der Grazer Musikhochschule (heute KUG) studiert hat, ständig im Spannungsfeld zwischen den verschiedensten musikalischen Welten, die er durch sein Spiel in kausaler Nähe zum Jazz in Verbindung bringt. Der Trompeter fühlt sich in der zeitgenössischen Musik genauso beheimatet, wie im Jazz, in der Neuen Musik oder der Weltmusik.

Als viel beschäftigter Solist oder in zahlreichen Ensembles, stets ist der 61-jährige Virtuose in der Lage, durch sein ungemein facettenreiches Spiel dem Gesamtwerk seinen unverwechselbaren Stempel aufzudrücken.

 

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STIO

Styrian Association for New and Improvised Music presents:
Fr, 12. April 2024, 20:00 Uhr

Styrian Improvisers Orchestra "Performing the Scores"

Eintrittspreise: Euro 15,00 / 10,00
⇒ Reservierung

Zum Call der Austrian Composers Association - "Scores für Improvisationsorchester“ - im Rahmen der Austrian Composers Week 2023 wurden 16 Kompositionen und Konzepte eingereicht.
Davon wurden drei prämiert und am 22. Juni 2023 vom Styrian Improvisers Orchestra im Mumuth Graz uraufgeführt.
An diesem Abend werden nun vier weitere Werke dieses Wettbewerbs von den KomponistInnen selbst dirigiert und vom STIO umgesetzt:

Richie Herbst - „Bord1-1”
Yvonne Hofmeister - „LIGHT”
Mark Holub - „Tattle Turtle”
Franz Schmuck - „Homo homini LOOP est"

mehr Info: https://stio.mur.at/orchestra/2024-04-12-performing-the-scores/

 

STOCKWERKJAZZ

CRISPELL-ANDERSSON-ØSTERGAARD, Bild: Stefani Sjoestroem Windfelt
CRISPELL-ANDERSSON-ØSTERGAARD
Bild: Stefani Sjoestroem Windfelt

Do, 25. April 2024, 20:00 Uhr
CRISPELL-ANDERSSON-ØSTERGAARD (US/DK/S)
Marilyn Crispell (piano), Thommy Andersson (bass), Michala Østergaard-Nielsen (drums)

Eintrittspreise: Euro 25,00 / 18,00
⇒ Reservierung

CRISPELL-ANDERSSON-ØSTERGAARD

Als wir sie uns noch leisten konnten, war sie schon einmal im Stockwerk. Das ist lange her, sehr lange. So auf die Schnelle haben wir diesen historischen Tag in den Tiefen unseres Archivs gar nicht gefunden. Wir werden aber bis zum Konzert weitertauchen,

Mittlerweile könnten wir uns Marilyn Crispell unter normalen Umständen nicht mehr leisten, zu sehr hat ihre zentrale Position in der zeitgenössischen Jazzwelt und darüberhinaus ihr Erscheinungsentgelt in die - angemessene - Höhe getrieben. Aber man kennt sich halt.

Crispell ist eine weltbekannte Jazzpianistin, die auch in der Neuen Musik zugange ist. Sie hat zehn Jahre im Anthony Braxton Quartett gespielt, im Trio mit Paul Motian und zuletzt mit Joe Lovano im Trio Tapestry. Weitere Meilensteine waren etwa ihre Arbeit im bahnbrechenden New Orchestra von Barry Guy oder im Trio mit Barry Guy und Paul Lytton.
Crispell hat viele Platten für das Renommierlabel ECM eingespielt, darunter auch ihr gefeiertes Solo-Album Vignettes (2008). Und: Sie ist auch eine der ganz wenigen Pianistinnen, die sich immer den Herausforderungen des Free Jazz gestellt hat. So war es denn auch Free-Urgewalt Cecil Taylor, der ihren kompromisslosen Stil new lyricism taufte.

Crispell/Andersson/Østergaard ist nun ein neues Trio, das von der Schlagzeugerin Michala Østergaard-Nielsen gegründet wurde. Die Dänin hat ihre fast „Zen-artige“ Einstellung zum Trommeln und zur Improvisation auch schon in den Dienst von Musikern wie Marc Ducret oder Bob Moses gestellt. Den schwedischen Jazzpreis Jazzkannan 2018 als „spirituelle und sensible Musikerin, deren Universum voller poetischer Schwingungen ist“ Ungefähr so wollten wir es auch sagen.

Das Trio spielt die von Anmut schillernden Kompositionen von Michala Østergaard-Nielsen sowie freilich auch freie Improvisationen.

 

STOCKWERKJAZZ

 

Di, 30. April 2024, 19:00 Uhr
Anlässlich der Neueröffnung des Café Stockwerk:

JAZZ & WINE
Verkostung der Grazer Stadtweine & Fingerfood vom Stockwerk-Catering

Klezmermusik mit dem
DUO WEISS-TRENEV & FRUWIRTH

Moritz Weiß (clarinet), Ivan Trenev (accordion), Johannes Fruhwirth (trombone)

Eintrittspreis: Euro 25,00
⇒ Reservierung

Stockwerk Wiedereröffnung

 

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Styrian Association for New and Improvised Music presents:
Mo, 13. Mai 2024, 20:00 Uhr

Styrian Improvisers Orchestra & Das Planetenparty Prinzip

Eintrittspreise: Euro 15,00 / 10,00
⇒ Reservierung

 

STOCKWERKJAZZ

Trevor Watts
Trevor Watts

Fr, 17. Mai 2024, 20:00 Uhr
ETERNAL TRIANGLE (GB)
Trevor Watts (alto, soprano saxophone), Veryan Weston (keyboards), Jamie Harris (congas, darabuka, cymbals)

Eintrittspreise: Euro 20,00 / 15,00
⇒ Reservierung

ETERNAL TRIANGLE

Das Ewige Dreieck ist ziemlich belastbar. Unser längst verwichener Freund Sonny Stitt hat einen seiner bekanntesten Standards Eternal Triangle genannt. Die Trompeter Freddie Hubbard und Woody Shaw tauften gleich ein ganzes gemeinsames Album danach. Allerdings wurde einer der frühesten Stummfilme mit diesem Titel auch nicht bekannter.
Nicht zufällig ist Eternal Triangle aber auch ein englisches Trio, dessen Bestandteile es fast schon ewig gibt.
Das sind zwei Duos, die sich in diesem Trio überschneiden: Veryan Weston und Trevor Watts spielten erstmals Anfang der 1980er Jahre gemeinsam in Trevors Moiré Music und haben seitdem lange und weltweit als offene Improvisatoren im Projekt Dialogues gespielt.
Das zweite Duo besteht aus Jamie Harris und Watts, wobei Ersterer ab 1999 in Trevors Celebration Band und später in dessen sehr erfolgreichem Duo beteiligt war, das weltweit tourte und mehrere CDs aufnahm. Das mögliche dritte Duo mit Weston und Harris muss indes erst gefunden werden.
Die Zentralfigur Trevor Watts ist seit den frühen 60-er Jahren in der Szene tätig und steht an der Spitze der britischen Jazzszene. Als Gründungsmitglied des Spontaneous Music Ensemble im Jahr 1965, von Amalgam (1967), des London Jazz Composers Orchestra (1973) und vielen anderen. Vor allem aber hat er mit seinen Moire-Music-Gruppen, zu denen auch das Moire Music Drum Orchestra gehörte, weltweit für Furore gesorgt.
Im Juli 2021 begannen die drei Musiker nun, gemeinsam an einigen charmanten neuen Stücken zu arbeiten, die Trevor speziell konzipiert hatte, Kompositionen, die ursprünglich von rhythmischen Strukturen aus Afrika und Südamerika sowie Jazz und europäischen Musikformen inspiriert sind.
Die Stärken dieses Trios ähneln der dauerhaften und trägen Stärke eines Dreiecks, in dem jede Seite die andere stützt – das Ewige Dreieck. Das ist Musik mit einer Tiefe, die sowohl expansiv als auch authentisch ist.

STOCKWERKJAZZ
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Milagros CALIVA & Noélia SINKUNAS
Milagros CALIVA & Noélia SINKUNAS

Di, 21. Mai 2024, 20:00 Uhr
Kurzfristiges Sonderkonzert! Eine kleine Sensation aus Buenos Aires:
Milagros CALIVA - Bandoneón
&
Noélia SINKUNAS - Piano

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 12,00
⇒ Reservierung

Milagros CALIVA & Noélia SINKUNAS

Noelia Sinkunas ist nicht nur in der großen Tango-Liga Argentiniens die Pianistin der Stunde. Sie ist auch in der berüchtigten Queer-Cumbia-Szene, in der Folklore und Rockmusik des Landes eine zentrale Figur. Sinkunas ist die aktuelle Trägerin des wichtigsten Musik-Preises in Argentinien und veröffentlicht geradezu im Monatstakt neue Produktionen.
Vor Jahren hat sie sich mit der jungen Bandoneonistin Milagros Caliva zu einem charmant spielwitzigen Duo vereint, das sich mit den Versionen des Tangos, jenen des volksmusikalischen Chamamé und Klassikern der argentinischen Küstenmusik beschäftigt. Vor allem aber spielen die beiden Damen aus Buenos Aires in ihrem Instrumentalrepertoire fulminant virtuose Eigenkompositionen in Echtzeit mit unterschiedlichen rhythmischen und stilistischen Prägungen, aber mit tiefer Kenntnis ihres Erbes und der musikalischen Wurzeln. Einflüsse von Jazz und zeitgenössischer Rhythmen lassen sich da wohl kaum umgehen. Ihre aktuelle Europa-Tournee führt die beiden nun kurzfristig auch nach Graz und Wien. Eine kleine Sensation

 

STOCKWERKJAZZ
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Edi Köhldorfer
Edi Köhldorfer

Mi, 22. Mai 2024, 20:00 Uhr
JBBG Smål - Gran Riserva
featuring: Edi Köhldorfer - guitar
Horst-Michael Schaffer (trumpet, electronics, voice), Heinrich von Kalnein (soprano- / tenor saxes, flutes), Karen Asatrian (keyboards), Thomas Wilding (e-bass), Tom Stabler (drums)

Eintrittspreise: Euro 20,00 / 15,00
⇒ Reservierung

JBBG Smål – Gran Riserva featuring Edi Köhldorfer

Einer der musikalisch umfassendsten heimischen Musiker ist der in Wien lebende Gitarrist Edi Köhldorfer, dessen bemerkenswerte Karriere ihn sowohl mit den Wiener Philharmonikern, José Carreras, diversen Pop- und Funk Acts wie auch mit Künstlern wie Dee Bridgewater, Biréli Lagrène, Barbara Dennerlein, Stewart Copeland und Stephane Grappelli zusammenbrachte. Bei derart vielgestaltiger Kompetenz kann das eigene musikalische Profil schnell schon einmal verloren gehen. Dass dem beileibe nicht so ist, beweisen Köhldorfers aktuelle Produktionen unter eigenem Namen („The Riddance“ - 2022 und „Fish & Fowl“ 2023). Grund genug, ihn im Stockwerk als exklusiven Stargast der JBBG Smål vorzustellen. Guten Abend!

 

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BAUER - BAUER - NARVESEN, Bild: Lena Panzer-Selz
BAUER - BAUER - NARVESEN
Bild: Lena Panzer-Selz

Fr, 24. Mai 2024, 20:00 Uhr
BAUER - BAUER - NARVESEN (D/N)
Conny Bauer (trombone), Matthias Bauer (double bass), Dag Magnus Narvesen (drums)

Eintrittspreise: Euro 20,00 / 15,00
⇒ Reservierung

BAUER / BAUER / NARVESEN

Hier treffen drei Generationen und drei unterschiedliche musikalische Biografien aufeinander, die ihre Neugier am Zusammenspiel nicht zurückhalten können, Rufzeichen
Zwei ältere Staatsmänner der deutschen Free-Szene, der Posaunist Conrad Bauer und sein jüngerer Bruder, der Bassist Matthias Bauer, schlossen sich vor ein paar Jahren mit dem norwegischen Schlagzeuger Dag Magnus Narvesen in obiger Angelegenheit zusammen, um schließlich eine Platte wie The Gift einzuspielen. Diese Live-Aufnahme eines Konzerts aus dem Jahr 2018, das anlässlich Conny Bauers 75. Geburtstag in irgendeiner Berliner Kirche über den Altar ging, ist dann 2020 auf dem tapferen litauischen Label NoBusiness Records erschienen ist. Glücklich schätzt sich, wer dieses limitierte Vinyl sein Eigen nennt.

Conrad Bauer ist bekannt für seine exquisiten Techniken wie der Zirkularatmung oder der Verwendung der Stimme in Verbindung mit seinem Ansatz, um Multiphoniken zu erzeugen. Er kam Mitte der 70er Jahre zusammen mit Ernst-Ludwig Petrowsky und Gunter Baby Sommer aus der damaligen DDR und gilt als einer der führenden Posaunen-Improvisatoren überhaupt. Er spielte in legendären DDR-Bands wie der Modern Soul Band oder dem berüchtigten Zentralquartett.
Sein jüngster Bruder Matthias ist auch Komponist, der auf zeitgenössische Musik spezialisiert ist, über ein großes Repertoire an Solo-Werken für Kontrabass verfügt und in diversen Ensembles für Neue Musik zugange ist, u.a. united berlin, Ensemble Mosaik, AsianArt Ensemble. Trommler Narvesen, der Jüngste im Trio, hat sich vor allem an der Seite der ikonoklastischen Pianisten Alexander von Schlippenbach und Aki Takase einen Namen gemacht.
An dieser Stelle wollen wir aber auch Johannes Bauer in Erinnerung rufen, den immer beeindruckenden Posaunisten und vor acht Jahren leider allzu früh verstorbenen Mittleren der illustren Bauer-Brüder.

 

STOCKWERKJAZZ

Martin Philadelphy, Bild: Peter Purgar
Martin Philadelphy, Bild: Peter Purgar

Sa, 1. Juni 2024, 21:00 Uhr
RETROGRADE QUARTET (A)
Martin Eberle (trumpet), Martin Philadelphy (guitar), Stefan Thaler (bass), Niki Dolp

Eintrittspreise: Euro 20,00 / 15,00
⇒ Reservierung

RETROGRADE QUARTET

Im Zeichen gefühlvoller Coolness steht die Musik von Martin Philadelphy. Mit seinem Quartett Retrograde setzt der bunte Hund und rastlose Tiroler zwar auf die Charismen seiner anderen musikalischen Baustellen Elektro Farmer und Trensch, geht dabei aber doch einen Schritt weiter Richtung eines eingängigen, bluesig-jazzigen Surfrock. Die Erfahrung des avantgardistischen Anything Goes (Cole Porter!), der Leichtigkeit des freien Jazz und der tiefen Intimität des Blues verwachsen mit Rock und swingenden Grooves und verfeinern das Geflecht an Songs und Kompositionen zu einem vielschichtigen und spannenden Sound. Dem es aber auch nicht an allerhand bizarrer Poesie gebricht!
Das Ungewöhnliche verbindet all diese Stile und Genres und macht aus Philadelphys Retrograde einen soundstarken Beweis für sein Vertrauen in die Intuition und Verbundenheit zu einer potenziellen Musik. Entspannt, abgeklärt, lässig, aber trotzdem mit Zielstrebigkeit und einem beeindruckenden energetischen Drive.
„For Fans of Ry Cooder or Jim Campilongo, you now have another tasty guitar-slinger to check out!“, hat einmal ein Kollege gesagt. Da ist er uns zuvorgekommen.

 

STOCKWERKJAZZ

Marta Sanchez
Marta Sanchez

Mi, 5. Juni 2024, 20:00 Uhr
MARTA SANCHEZ TRIO (US)
Marta Sanchez (piano), Chris Tordini (bass), Savannah Harris (drums)

Eintrittspreise: Euro 20,00 / 15,00
⇒ Reservierung

MARTA SANCHEZ TRIO

Die in New York lebende Pianistin und Komponistin ist auf dem Sprung an die Spitze der internationalen Jazzwelt. Mit Perpetual Void legt sie nun ihr erstes Trio-Album am renommierten Schweizer Label Intakt Records vor. Sanchez, derzeit Mitglied des David Murray Quartetts, präsentiert in ihrem kongenialen Trio echt fesselnde Kompositionen aus ihrer Feder. Schon das vorherige Album Saam, war eine bemerkenswerte Absichtserklärung, die ein weiteres großes Talent in der Szene ankündigte. Die in Madrid geborene Komponistin reduziert ihren Sound also von einem Quintett auf ein Trio und präsentiert einen noch entschlosseneren, vor allem aber selbstbewussteren nächsten Schritt.
Inspiriert von mehr als zwei Jahren Schlaflosigkeit und Ängsten nach dem Tod ihrer Mutter und ihren eigenen Versuchen, Mutter zu werden, nutzt Sanchez ihren subtil lateinamerikanischen Postbop und lässt all diese Gefühle raus. Und das sitzt!
Die Songs ziehen keine emotionalen Schläge nach sich, sie balanciert die fast augenblicklich ansprechenden Melodien mit wandernden Wellen, dissonanten Beilagen und rhythmischen Verschiebungen, die es dem Zuhörer ermöglichen, die Stimmung akkurat aufzunehmen. Aber trotz seines Titels der Ewigen Leere ist dieses Album keine Quelle der Depression, sondern eine Wiederherstellung der Hoffnung. So hat etwa „This is the Last One About You“ seine Dornen, ist aber auch ein herzlicher Abschied, eine Anerkennung einer nie endenden Zuneigung und der Tatsache, dass es Zeit ist, weiterzumachen. Perpetual Void ist eine Chronik darüber, wie man durch die Trauer schwimmt und am Ende gestärkt daraus hervorgeht. Und es ist ein Meisterwerk der Selbstdarstellung im Jazz!

 

STOCKWERKJAZZ

TOBIAS PUSTELNIK QUARTET
TOBIAS PUSTELNIK QUARTET

Mi, 19. Juni 2024, 20:00 Uhr
TOBIAS PUSTELNIK QUARTET (A)
Tobias Pustelnik (tenor sax), Christopher Pawluk )Andreas Waelti (bass), Valentin Duit (drums)

Eintrittspreise: Euro 20,00 / 15,00
⇒ Reservierung

Frech Sounds - New Talents:
Tobias Pustelnik Quartett

Als wir im Stockwerk das Werk der Mission begonnen haben, war John Coltrane schon lange tot und Tobias Pustelnik gerade einmal drei Jahre alt. Dennoch musste der Grazer zuerst Geige und Flöte lernen, bis ihn schließlich ein Big Band-Konzert in den Bann des Saxophons trieb, welches er alsbald bei Karlheinz Miklin am Jazzinstitut der KUG studieren sollte. Seinen Master machte Pustelnik dann allerdings in Amsterdam, wo er sich auch in die Jazzimprovisation und Transkriptionen aus dem Tristano-Kreis vertiefte, um seine Wahrnehmung für die Konstruktion melodischer und motivischer Improvisation zu erweitern.
Auf alle Fälle zählt der junge Herr am Tenorsaxophon, der uns schon in Big Bands sonder Zahl aufgefallen ist (u. a. Graz Composers Orchestra, Emiliano Sampaio Mega Mereneu Project), heute zu den Besten seines Faches im Lande.
Die Wurzeln seines vor sechs Jahren gegründeten Quartetts sind freilich in der Jazztradition verankert, und es ist die beredte Improvisation, in der die junge Band das Moment der Interaktion findet und nach vorne stürmt, ganz und gar offen.
Als zupackender wie eloquenter Solist hat Tobias Pustelnik ohnehin eine große Zukunft vor sich.