27 Jahre STOCKWERKJAZZ

program spring 2022
Musikwerkstatt Graz

 

ABGESAGT! Do, 13. Jänner 2022, 20:00 Uhr
EDDIE LUIS & HIS JAZZ PASSENGER
Good Vibes Again
featuring: Vid Jamnik
Milos Milojevic (clarinet), Matyas Bartha (piano), Jakob Gönitzer (bass), Eddie Luis (drums); Vid Jamnik (vibraphone)

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STOCKWERKJAZZ

Sophie Abraham
Sophie Abraham

Sa, 15. Jänner 2022, 19:30 Uhr
SOPHIE ABRAHAM - Solo (NL)
Violoncello
Brothers
(CD-Präsentation)

Eintrittspreise: Euro 13,00 / 10,00
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Sophie Abraham

Das Cello aus dem radio.string.quartet ganz alleine! Die in den Niederlanden geborene und u. a. in Graz studierte Musikerin kommt aus der Klassik und arbeitet am heiklen Terrain zwischen Interpretation, Komposition und Improvisation mit Saiten, Stimme und Loops.
Sophie Abraham präsentiert endlich ihr neues, sehr persönliches Album Brothers (cracked anegg records), das sie im Gedenken an ihre beiden Brüder, die 1993 durch eine Lawine ums Leben gekommen sind, komponierte. Kammermusikalisch zwischen Klassik und zeitgenössischen Kompositionstechniken, programmatisch, innovativ, leidenschaftlich. Eine ernste Lady Gala mit steirischer Verbindung.

 

STOCKWERKJAZZ

LOPEZ – KALNEIN – SCHWARZ
SCHWARZ – KALNEIN – LOPEZ

Fr, 21. Jänner 2022, 19:30 Uhr
KALNEIN-LOPEZ-SCHWARZ (A/E)
Heinrich von Kalnein (saxophones), Gina Schwarz (bass), Ramón López (drums, tabla)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
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Kalnein - López - Schwarz

Nun ist es ja so, dass Heinrich von Kalnein bislang nicht unbedingt lange Schlange vor dem Amt der Geschichtsschreibung stand, um ein Saxophontrio gründen zu dürfen. Vielleicht auch deshalb, weil in dieser herausforderndsten aller Disziplinen für einen Holzbläser wohl auch zu viele stilprägende Größen und Ikonen stehen. Und so wird man auch in keiner Disziplin so schnell und unbarmherzig an irgendeinem Weltmeister dieses Genres gemessen.
Auffällig ist aber, dass der 61-jährige Klangästhet in letzter Zeit immer öfter ohne Netz spielt, also sich mehr und mehr der freien Improvisation zugeneigt sieht, die musikalische Freiheit sucht. Uns im Stockwerk kann jedenfalls nichts Besseres passieren.
Aber bei solch tollkühnen Gangarten sind natürlich blindes Vertrauen und Empathie in der Band unabdingbare Voraussetzung.
Mit der für ihren sprichwörtlichen Instinkt bekannten Bassistin Gina Schwarz, die in letzter Zeit vor allem mit ihrer neunköpfigen Band Pannonica für Furore sorgt, ist das schon einmal die halbe Miete für etwas, was man charismatische Intuition nennt. Und für das heikle Farbenspektrum im instrumental begrenzten Trio konnte Kalnein keinen besseren Perkussionisten finden als den Spanier Ramón López, der in seiner polyglotten Laufbahn zwischen indischer Musik, Afrika und Flamenco unzählige ethnische Elemente aufgesogen hat, die Farbenpracht also gepachtet hat.
Dieses Trio verspricht also neben virtuoser Unmittelbarkeit und synergetischem Sound vor allem auch volle dynamische Breite.

STOCKWERKJAZZ
coming up

Martin Philadelphy
Martin Philadelphy, Bild: Peter Purgar

Fr, 28. Jänner 2022, 19:30 Uhr
50 Jahre Philadelphy
MARTIN PHILADELPHY TRIO & MARTIN EBERLE (A)
Martin Philadelphy (guitar, vocals), Stefan Thaler (bass), Niki Dolp (drums), Martin Eberle (trumpet)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
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Martin Philadelphy Retrograde

Das neue Album von Martin Philadelphy ist gewissermaßen eine Corona-Geburt, also das Ergebnis eines intensiven Arbeitsprozesses in den Lockdowns (wie viele waren es jetzt noch gleich?). Retrograde II ist ein sehr abwechslungsreiches und kraftvolles Kompendium musikalischer Ausflüge in den Blues, Swing, Jazz-Rock und ins – wie so oft bei Philadelphy – spielerische Songwriting.
Der Herr mit der schrägen Gitarre ist so etwas, was man anderswo einen Hansdampf in allen Gassen nennt. Da wir aber nicht anderswo sind, bleiben wir beim rastlosen Geist und stilistischen Wüterich. Und wer hat noch den Überblick über die vielen Projekte, Bands und musikalischen Spenglerarbeiten des Tirolers? Wie etwa 6To6 String Dezibel, USB Trio, Missing Dog Head, Badminton, Blind Idiot Gods oder Giant Dwarf?
Das Album Retrograde spielt nun mit der Musik von Elektro Farmer und Trensch, beides ebenfalls Philadelphy-Bands, um dabei gleich einen gehörigen Schritt weiter zu gehen. Unberechenbar und von bizarrer Poesie.

 

STOCKWERKJAZZ
coming up

 

Do, 3. Februar 2022, 20:00 Uhr
KARL RATZER TRIO (A/US)
Karl Ratzer (guitar, vocals), Peter Herbert (bass), Howard Curtis (drums)

Eintrittspreise: Euro 22,00 / 16,00
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KARL RATZER TRIO

Legenden haben unter anderem die Eigenschaft, noch zu Lebzeiten eine besonders bemerkenswerte Lebensgeschichte oder zeitüberdauernde Bedeutung in ihrem Wirken aufzuweisen. Bei Karl Ratzer trifft beides in ikonisierenderweise zu. Wir sagen nur mehr Gipsy Love, Rufus & Chaka Khan, Jeremy Steig, Chet Baker, Art Farmer, Bob Berg oder Steve Grossman, nennen aber auch Dämonen sonder Zahl.
Der Herr mit der blauen Gitarre und den schwarzen Fingernägeln ist eine Naturgewalt als Gitarrist wie als Sänger. Ratzer, der große Meister des entschleunigten Saitenspiels, des glühenden Gitarrentons, des zurückgelehnten Grooves und der subtilen Balladen könnte es sich längst in der Hall Of Fame der Jazzgitarristen gemütlich machen. Je nun – die Dämonen. Aber Karl Ratzer steht heute mit beiden Beinen fest auf dem Boden und präsentiert sich in diesem Trio-Format mit Hang zum Blues, Funk und Soul und diesem unsäglichen Southern Touch, den er vielleicht aus irgendeinem Bayou in den Südstaaten hat. Mit einem Ton für die Ewigkeit.

 

STOCKWERKJAZZ

 
verschoben auf 09.02.2023

The Nu Band (US)
The Mark Whitecage Memorial Tour
Thomas Heberer (trumpet), Kenny Wessel (guitar), Joe Fonda (bass), Lou Grassi (drum)

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Fr, 18. Februar 2022, 20:00 Uhr
DIE HOCHSTAPLER (D/I/F)
Louis Laurain (trumpet), Pierre Borel (saxes), Antonio Borghini (bass), Hannes Lingens (drums)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
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DIE HOCHSTAPLER

Gewiss, es ist wie ein musikalischer Diskurs. Aber diese Musik funktioniert. Die Hauptquelle der „hochstaplerischen“ Grammatik liegt in der Entdeckung der Schriften des früh verstorbenen Linguisten Alvin P. Buckley aus Chicago. Dieser war ein bahnbrechender Forscher im Bereich der Wahrscheinlichkeitstheorie und ein außergewöhnlicher Musiker, der sich allerdings nach einer denkwürdigen Begegnung mit Karlheinz Stockhausen als solcher zurückgezogen hat. Buckley blieb aber Komponist und schrieb über Ideen für musikalische Spiele, Strukturen und Strategien für kollektive Komposition ebenso wie melodische Fragmente und philosophische Aphorismen für seine Zeitschrift.
Klingt wie Anthony Braxton, oder? Dieser und Ornette Coleman waren auch schon Thema früherer Veröffentlichungen des italienisch-französisch-deutschen Quartetts.
Aber das ist alles andere als kopfig oder gar eine neue Chaostheorie! Die Musik schwingt so hart wie der frühe Ornette und Don Cherrys ineinandergreifende Hörner. Echt aufregend!

 

STOCKWERKJAZZ

 

Do, 24. Februar 2022, 20:00 Uhr
DAVID HELBOCK - THE NEW COOL (A/D)
David Helbock (piano), Arne Jansen (guitar), Sebastian Studnitzky (trumpet)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
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The New Cool

Haben David Helbock und die Seinen im international erfolgreichen Projekt Random Control noch mit vielerlei Instrumenten hantiert, sie während der Stücke sogar mehrfach gewechselt und viele Noten gespielt, oft auch ziemlich wild, geht’s dem Vorarlberger mit seinem neuen Trio aber nun um musikalische Entschleunigung. Weniger ist mehr, hat schon ein unbekannter Mathematiker einmal gesagt.
Mit dem Pianisten Helbock, Trompeter Sebastian Studnitzky und Gitarrist Arne Jansen finden drei außerordentlich markante und renommierte Bandleader bzw. Solisten des europäischen Jazz zu einem außergewöhnlichen, nicht unbedächtigen Trio zusammen.
Alle drei verbindet eine Vorliebe zu klaren Themen, Melodien, Harmonien, einem ausgeprägten, individuellen Sound und einer starken rhythmischen Erdung ihrer Musik. Qualitäten, die auch die Strömung des Cool Jazz der 1940er und 50er Jahre auszeichnete und an die das Trio unter dem Motto The New Cool mit den vielfältigen Einflüssen des Jazz von heute anknüpft. Vor allem geht es aber darum, anstelle großer instrumentaler Kunstfertigkeiten die Stimmungen und Emotionen in den Vordergrund zu rücken. Warum nicht, wenn sie so authentisch sind? Echt cool!

 

STOCKWERKJAZZ

 

Mi, 2. März 2022, 20:00 Uhr
TREVOR WATTS - VERYAN WESTON - JAMIE HARRIS (GB) 
Eternal Triangle
soprano- & alto sax - piano - congas, darabuka

Eintrittspreise: Euro 20,00 / 15,00
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Trevor Watts

Nach wie vor zählt der 83-jährige Veteran zu den herausragendsten Saxophonisten auf der Insel. Sein charakteristischer kraftvoll-lyrischer Tonfall am Sopran- und Altsaxophon war immer schon sein unverwechselbares Markenzeichen.
Mit dem legendären Spontaneous Music Ensemble, das Trevor Watts 1965 zusammen mit dem längst verwichenen Schlagzeuger John Stevens gründete, wurde er zum Pionier und wichtigen Protagonisten der britischen Free-Jazz-Avantgarde. Parallel dazu suchte der Rastlose mit seiner Band Amalgam aber auch eine Verbindung von Free Jazz und Rock, das, was wir damals progressive Jazzrock nannten. Und schließlich führte ihn später eines seiner afrikanisch temperierten Moiré-Projekte sogar zweimal ins Stockwerk.
Mit dem Pianisten Veryan Weston, dem zweiten alten Haudegen dieses ewigen Triangels, verbindet Watts eine lange Zusammenarbeit, eine, die in den frühen 1980er Jahren in den Moiré Music-Ensembles begonnen hatte und bis heute im Duo mit dem bezeichenden Namen Dialogues anhält. Indes Perkussionist Jamie Harris erst um 2000 zu Trevor stieß, als Drummer seiner klanglich opulenten Celebration Band.
Eternal Triangle spielen nun neue Musik von Trevor Watts, Kompositionen, die auf seiner vitalen Moiré-Musikband der 80er Jahre aufbauen und von rhythmischen Strukturen aus Afrika und Südamerika sowie Jazz und zeitgenössischen europäischen Musikformen inspiriert sind.

 

Musikwerkstatt Graz

 

Do, 3. März 2022, 20:00 Uhr
EDDIE LUIS & HIS JAZZ PASSENGER
The J.S BACH Project
Arsenije Krstic (piano), Eddie Luis (5 string contrabass), Dusan Milenkovic (drums)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
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STOCKWERKJAZZ

 

Sa, 5. März 2022, 20:00 Uhr
MARTA SANCHEZ QUINTET (US)
CD-Präsentation SAAM (Spanish American Art Museum). Whirlwind Recordings.
Alex LoRe (alto saxophone), Maria Grand (tenor saxophone), Marta Sanchez (piano), Rashaan Carter (bass), Allan Mednard (drums) 

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
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Marta Sanchez Quintet
CD-Präsentation SAAM (Spanish American Art Museum). Whirlwind Recordings.

Marta Sanchez´ zeitgenössischer Zugang zum Jazz spiegelt etwas unbeschreiblich Spanisches wider: nicht auf überhebliche Weise, sondern nur als sichtbarer Teil des Gesamtdesigns.
Die Musik der gebürtigen Spanierin mit Wohnsitz Brooklyn/NYC zeigt eine scharfsinnige Komponistin mit beherrschter Note, ungezügelter Kompetenz beim Schreiben für zwei Saxophone, erfrischend unkonventioneller Struktur und rhythmischer Flexibilität. Sie sieht ihre Arbeit eher im Fluss des freien Kontrapunkts als in tradierter harmonischer Progression, und die einzelnen Stimmen erinnern zwischendurch an klassische avantgardistische Vorstellungen von Klangfarbenmelodie, die räumlich und prägnant über das Quintett verteilt sind.
Vordergründig verbindet die Pianistin dabei die Raffinesse und Spontanität des Jazz mit Elementen des Funk, der Klassik und einiger volksmusikalischen Schwingungen, wobei eben auch ein spanisches Kolorit durchschimmert.
Ihre sehr gut abgestimmte Band kann bei Bedarf richtig brennen, zeigt aber auch eine ermutigende Fähigkeit zur lyrischen Motiventwicklung und reflektierenden dynamischen Schattierung.

 

STOCKWERKJAZZ

 

Mi, 9. März 2022, 20:00 Uhr
JBBG Smål - GRAN RISERVA (A)
feat. Glauco Venier (I)
Horst-Michael Schaffer (vocals, trumpet), Heinrich von Kalnein (soprano- & tenor saxophone, alto flute), Karen Asatrian (keyboards), Thomas Wilding (e-bass), Tom Stabler (drums, electronics); Glauco Venier (piano)

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JBBG Smål - Gran Reserva
featuring Glauco Venier

Aus unserer Reihe Gran Reserva mit der JBBG Smål empfehlen wir diesmal den Jahrgang 1962, eine ausgeprägte friulanische Spätlese mit fruchtigem Zugang.
Aus diesem Jahr stammt Glauco Venier, einer der renommiertesten italienischen Jazzpianisten. Hierzulande bekannt wurde Venier an der Seite von Enrico Rava oder Lee Konitz und mit seinen Landsleuten Massimo Urbani oder Paolo Fresu. Zuletzt in der Steiermark zu hören war der eloquente Pianist im Trio mit der britischen Sängerin Norma Winstone und seinem langjährigen Weggefährten, dem Saxophonisten Klaus Gesing, beim Jazzfestival Leibnitz 2013.
Veniers erstes Soloalbum, ein ruhiges und nachdenkliches Kompendium mit diskreter Percussion, erschien unter dem Titel Miniatures 2016 beim Münchner Renommierlabel ECM.

 

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Fr, 11. März 2022, 20:00 Uhr
grazJazznacht
THÉO CECCALDI TRIO – DJANGO (F)
Théo Ceccaldi (violin), Valentin Ceccaldi (cello), Guillaume Aknine (guitar)

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THE CECCALDI TRIO - DJANGO

Freilich, die Referenzgröße ist Django Reinhardt, aber mit welch kaltschnäuziger Chuzpe hier Jazztraditionen der späten 20er und 30er Jahre zwischen Charleston und Gypsy Swing zerlegt und verwandelt werden, steht in einer Reihe mit den Trendsettern des Contemporary Jazz.
Arrangements, inspiriert durch kanonische Kompositionen von Django Reinhardt, Stéphane Grappelli oder Fats Waller, dekonstruieren die Vorbilder, ohne den originalen Strukturen die Erkennbarkeit zu nehmen. Harmonic Minor beherrscht den Klangraum.
Triovorstand Théo Ceccaldi beherrscht auf der Geige den frankophonen Swing genauso wie das globale FusionVokabular. Sein Bruder Valentin am Cello meditiert gern solo über einer einzelnen Basslinie, liefert ansonsten aber das komplette Tieftonfundament inklusive einiger harscher Cluster in den Collagen. Beide Ceccaldis stammen aus der Schule um Joëlle Léandre und sind mittlerweile fest verankert im aktuellen französischen Jazzbetrieb. Ebenso wie Gitarrist Guillaume Aknine, der bei perlenden Melodieketten im klassischen Swing gerne mit brachialen Powerchords interveniert.

 

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Sa, 12. März 2022, 20:00 Uhr
Raphael Preuschls
∏ STREICHQUARTETT & SOLO-BASSGUITAR
(F/A)
La poésie des fractales
Joanna Lewis (violine), Emily Stewart (violine), Lena Fankhauser (viola), Asja Valcic (cello), Raphael ‚π‘ Preuschl (e-bassguitar)

Eintrittspreise: Euro 20,00 / 15,00
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∏ Streichquartett und chitarra basso elettrica

Der 44-jährige Wiener mit Wohnsitz im französischen Irgendwo ist einst aus dem Musikerkollektiv Jazzwerkstatt Wien hervorgegangen und ist heute als gefragter Bassist in so verbrieften österreichischen Qualitätswaren wie dem Trio von Peter Rom, dem Trio FAT von Alex Machacek, dem David Helbock Trio oder Wolfgang Puschnigs Homegrown anzutreffen.
Raphael Preuschl ist aber auch ein Pionier und Trendsetter im Spiel der Bass-Ukulele, ein junges und seltenes Zwischending zwischen Akustikbass und Bariton-Ukulele.
Studiert hat Preuschl Kontrabass und E-Bass. Letzteren nennt er hier charmant chitarra basso elettrica. Womit wir endlich beim Thema La poésie des fractales wären, das ihn als ernsthaften und experimentellen Komponisten zeigt.
Mit Kompositionen, die die Schönheit rhythmisch-melodischer Patterns, Ornamente und Arabesken sowie die Symmetrie und die Skaleninvarianz motivischer Fraktale beschreiben. 
Muster und Verhältnisse sind ja wesentliche Aspekte in der Mathematik, Physik, der Natur und nicht zuletzt auch in der Musik, wobei unser Empfinden für Ästhetik stets mit bestimmten Relationen einhergeht. Die musikalische Darstellung freilich ist ein gewagter, aber spannender Versuch, ein Versuch, der ganz und gar nicht kopfig klingt.

 

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Fr, 18. März 2022, 20:00 Uhr
CANADA DAY (US)  
Nate Wooley (tp), Matt Bauder (ts), Pascal Niggenkemper (bass), Harris Eisenstadt (drums)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
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CANADA DAY

Fast auf den Tag genau vor vier Jahren, als Corona noch ein Bier und ein heiliges Dorf am Wechsel war, gab uns der Tag aus Kanada das erste Mal im Stockwerk die Ehre. Wir erinnern uns gerne an ein denkwürdiges Konzert. Nun hat kanadische Bandleader Harris Eisenstadt die Frontline verschärft und den Pianisten Alexander Hawkins gegen den Saxophonisten Matt Bauder getauscht.
Canada Day war ja ursprünglich der Titel des Debütalbums des Ensembles, das Eisenstadt 2005 gegründet hatte und das seit damals im Format zwischen Quartett und Oktett mit unterschiedlichen Spitzenmusikern zugange ist. Und womit der polyrhythmische Schlagzeuger und originelle Komponist immerhin auch schon wieder sechs CDs auf Clean Feed Records veröffentlicht hat.
Zusammen formen die vier Virtuosen eine komplexe, aber auf ihre Weise wirklich lesbare Musik, die zwar rigoros und manchmal düster wirkt, sich aber gerne in bezwingende Melodien auflöst.
Das ist jetzt bitte rhythmisch komplexer, ausgeheckter Jazz mit elastischen Post-Rock-Grooves und subtilen westafrikanischen Einflüssen im multi-thematischen Trend, wie es auf der Höhe der Zeit eben so ist. Und die Zeit ist hoch, aber teuerlich bzw. abenteuerlich.

 

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So, 20. März 2022, 20:00 Uhr
open music
TRAINING (A)
Johannes Schleiermacher (sax, flute, synthesizer), Max Andrzejewski (drums, synthesizer, electronics, voice), Işıl Karataş (visuals)

Eintrittspreise: Euro 18,00 / 13,00
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